Die größten Fehler beim Immobilienkauf und wie du sie vermeidest

Der Kauf einer Immobilie ist eine der größten Investitionen im Leben – Fehler können hier teuer werden. Andreas Biernat, Experte für Immobilienfinanzierung, nennt die häufigsten Risiken und gibt Tipps, wie du diese vermeiden kannst.

1. Frühzeitige Vertragsunterschrift bei der Bank

Das Problem:

Viele Käufer unterschreiben den Darlehensvertrag, bevor der Kaufvertrag der Immobilie gesichert ist. Wenn der Kauf scheitert, bleibt der Darlehensvertrag bestehen, was hohe Kosten in Form von Vorfälligkeitsentschädigungen verursacht.

Biernats Rat:

  • Finanzierungszusage einholen: Lass dir von der Bank eine verbindliche Zusage geben.
  • Darlehensvertrag erst nach Kaufvertrag abschließen: So schützt du dich vor unnötigen Kosten.

2. Kauf ohne vollständige Besichtigung und Sachverständigen

Das Problem:

Versteckte Mängel wie Risse, Dachschäden oder defekte Heizungen sind für Laien oft nicht erkennbar.

Biernats Rat:

  • Sachverständigen hinzuziehen: Ein Experte kann mögliche Schäden frühzeitig identifizieren und Folgekosten vermeiden.
  • Vollständige Besichtigung durchführen: Überlasse nichts dem Zufall und prüfe die Immobilie gründlich.

3. Fehlende Bauunterlagen und Baugenehmigungen

Das Problem:

Fehlende Bauunterlagen können bei einer Nachgenehmigung hohe Kosten verursachen, vor allem, wenn das Gebäude nicht den aktuellen Baunormen entspricht.

Biernats Rat:

  • Baugenehmigung und Unterlagen prüfen: Eigentümer sind verpflichtet, diese vorzulegen. Kläre dies bereits vor dem Kauf.

4. Eigentumswohnungen: Protokolle der Eigentümerversammlung

Das Problem:

In Eigentümerversammlungen werden oft teure Sanierungen beschlossen. Ohne Einsicht in die Protokolle könnten ungeplante Kosten auf dich zukommen.

Biernats Rat:

  • Protokolle prüfen: Verschaffe dir einen Überblick über geplante Sanierungen und Verpflichtungen.
  • Teilungserklärung prüfen: Sie legt Rechte und Pflichten innerhalb der Eigentümergemeinschaft fest.

5. Risiko von Schwarzgeld-Abreden

Das Problem:

Schwarzgeld-Abreden, bei denen ein Teil des Kaufpreises ohne Beurkundung fließt, machen den gesamten Kaufvertrag ungültig und führen zu teuren Rückabwicklungen.

Biernats Rat:

  • Keine Schwarzgeld-Absprachen: Halte dich strikt an den beurkundeten Kaufpreis.

6. Aufteilung des Kaufpreises für steuerliche Vorteile

Biernats Empfehlung:

  • Kaufpreis aufteilen:
    • Objektwert: Für die AfA (Absetzung für Abnutzung) steuerlich relevant.
    • Grundstückswert: Nicht absetzbar.
    • Inventar: Herausrechnen mindert die Grunderwerbssteuer.

Fazit

Vermeide diese häufigen Fehler, um hohe Kosten oder rechtliche Probleme zu vermeiden. Mit der richtigen Vorbereitung und Expertenhilfe kannst du sicherstellen, dass dein Immobilienkauf reibungslos verläuft und du von steuerlichen Vorteilen profitierst.